Der Wriezener Bahnhof in Berlin-Friedrichshain eröffnete 1898 als Bahnstrecke von Berlin nach Wriezen. Zunächst als Wriezener Bahnsteig vom Schlesischen Bahnhof (heutiger Ostbahnhof) transportierte die Wriezener Bahn geplagte Großstädter ins beliebte Ausflugs- und Erholungsziel des märkisch-oderländischen Wriezen. 1924 bekam der Bahnsteig seine Bezeichnung Wriezener Bahnhof.
Ende 1949 starteten die letzten Personenzüge vom Wriezener Bahnhof. Fortan nutzte man diesen nur noch für den Güter- und Postverkehr. Zu DDR-Zeiten diente die Bahnanlage als Kontrollbahnsteig für die „West-Post“. Nach der Wende entfiel die Nutzung, da der Güterverkehr nicht mehr vornehmlich über die Bahn abgewickelt wurde.
So einige Jahre verwilderte und verwitterte das Gelände vor sich hin. Die Natur eroberte sich ihren Raum zurück und zahlreiche Tiere fanden in der menschenverlassenen Ecke eine Behausung.
Die Bahn und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg entwickelten 2005 einen Bebauungsplan für das Gelände, welcher Gewerbeflächen (Baumarkt und Metro), kulturelle Nutzung (Berghain) und Grünflächen ausweist. Seitdem wurden die Schienen, zahlreiche Häuschen und Bahnsteigüberbleibsel zurückgebaut. Das symbiotische Produkt aus Menschenrest und Natur als neuer Lebensraum musste dem Großgewerbe Platz machen.
Aufgrund der großen Versiegelung des Friedrichshainer Stadtbezirks und der verhältnismäßig wenigen Grünflächen, musste ein Teil des Geländes als Grünfläche ausgewiesen werden. Auch musste es eine Ausgleichsfläche zu den großen Gewerbeflächen geben. Leider konnte nicht das gesamte Areal als große innerstädtische Grün- und Erholungsfläche erhalten bleiben. Doch glücklicherweise ist ein Grünflächenstreifen geblieben, der als neuer Freizeit- und Erholungsort durch eine Projektwerkstatt entwickelt werden sollte. Das Wriezener Freiraumlabor sollte ein Versuchsort für verschiedene Ideen und Konzepte ehrenamtlichen Bürgerengagements sein. Es siedelten sich verschiedene soziale, kulturelle und ökologische Projekte auf dieser urbanen Versuchsfläche an. Neben der BMX-Strecke und dem LokDock, sollte ein Stadtgarten entstehen.
2012 bekamen wir die Möglichkeit diesen Stadtgarten zu gestalten. Die Herausforderung nahmen wir gerne an! Seitdem entwickeln wir den Garten unter dem Aspekt der Permakultur, welche auf den soliden ehtischen Grundlage „earth care“, „people care“ und „fair share“ basiert (mehr Infos zu den Grundlagen findest du unter Permakultur). Rund um diese Grundlagen konzentrieren sich unser gestalterischen und sozialen Tätigkeiten im GleisBeet.